Die Narrative Expositionstherapie (NET) ist eine kurze, pragmatische, evidenzbasierte Methode zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung bei Opfern komplexer Traumatisierungen, wie z.B. Überlebende von Flucht, Folter und Kindesmisshandlung. Im Unterschied zu anderen Therapieformen wird in der NET die gesamte Biografie der Patientinnen und Patienten berücksichtigt und aufgearbeitet. Der Band gibt einen Überblick über die Methode, geht auf kritische Situationen in der Therapie ein und veranschaulicht das Vorgehen anhand eines Fallbeispiels. Grundlage des Vorgehens ist die psychobiologische Gedächtnistheorie der Posttraumatischen Belastungsstörung, die ein Verständnis für extreme Reaktionsformen ermöglicht. Darauf aufbauend wird der Therapieprozess Schritt für Schritt dargestellt und durch ein Fallbeispiel illustriert. Eingegangen wird außerdem auf die zahlreichen Herausforderungen und Fallstricke in der Therapie, wie beispielsweise den Umgang mit extremen Gefühlen und körperlichen Zuständen, Dissoziation und Vermeidungsverhalten. Der Band liefert für Therapeutinnen und Therapeuten mit Vorerfahrungen in Traumatherapie oder mit einer Fortbildung in Narrativer Expositionstherapie einen praxisorientierten Leitfaden zur Durchführung der NET.
Inhaltsverzeichnis
1 Beschreibung der Methode.................................................................. 1
2 Störungsmodell der Narrativen Expositionstherapie...................... 4
2.1 Körper und Geist während desTraumas:
Die Extreme der Verteidigungskaskade ........................................... 6
2.2 Das Bedrohungsnetzwerk (heißes Gedächtnis) ............................... 10
2.3 Kontextspeicher (kaltes Gedächtnis)................................................ 13
2.4 Trennung der Bedrohungsstruktur vom Kontextspeicher ............... 15
2.5 Überlebensstrategien ...................................................................... 16
2.6 Die Begründung und Logik der NET................................................. 18
3 Diagnostik und Indikation................................................................... 19
3.1 Diagnostik traumatischer Erfahrungen über die Lebensspanne .... 19
3.2 Diagnostik aktueller Belastungen und Stressoren........................... 21
3.3 Diagnostik der Symptomatik............................................................ 22
3.4 Besonderheiten bei der Indikationsstellung.................................... 25
4 Behandlung........................................................................................... 30
4.1 Darstellung der Therapiemethode................................................... 30
4.1.1 Therapeutische Haltung in der NET und Setting............................... 30
4.1.2 Psychoedukation............................................................................... 33
4.1.3 Lebenslinie....................................................................................... 39
4.1.4 Komponenten der Expositionssitzungen ......................................... 40
4.1.4.1 Auftaktphase................................................................................... 43
4.1.4.2 Vorlesen........................................................................................... 43
4.1.4.3 Planung der Narration..................................................................... 44
4.1.4.4 Einleitung........................................................................................ 46
4.1.4.5 Höhepunkt ...................................................................................... 51
4.1.4.6 Ende................................................................................................. 59
4.1.4.7 Abschluss: Reflexion der übergreifenden Bedeutung..................... 60
4.1.4.8 Verschriftlichung der Narration....................................................... 65
4.1.5 Abschlusssitzung............................................................................ 66
4.2 Varianten der Methode und Kombinationen................................... 67
4.2.1 KIDNET: Narrative Expositionstherapie mit Kindern....................... 67
4.2.2 NET für traumatisierte Gewalttäter (FORNET) ................................. 70
4.2.3 Dolmetscher in der NET..................................................................... 70
4.2.4 Kombination mit anderen Methoden................................................ 71
4.3 Probleme bei der Durchführung........................................................ 72
5 Effektivität............................................................................................. 74
6 Weiterführende Literatur...................................................................... 76
7 Literatur ................................................................................................. 76
8 Kompetenzziele und Lernkontrollfragen.......................................... 84
9 Anhang ................................................................................................... 87
Bedrohungsnetzwerk und Kontextspeicher...................................... 87
Karten
Checkliste Diagnostik
Checkliste Psychoedukation
Verteidigungskaskade der menschlichen Stressreaktion
Interventionen bei Dissoziation