(I-24/20-C3) (GM ZWs / PL)
Gletscher schmelzen, Arbeitswelten verschwinden, Ordnungen zerfallen. Verluste bedrängen die westlichen Gegenwartsgesellschaften in großer Zahl und Vielfalt. Sie treiben die Menschen auf die Straße, in die Praxen der Therapeuten und in die Arme von Populisten. Sie setzen den Ton unserer Zeit. Während sich die Formen ihrer Bearbeitung tiefgreifend verändern, scheinen Verlusterfahrungen und Verlustängste immer weiter zu eskalieren. Wie ist das zu erklären? Und was bedeutet es für die Zukunft?
Andreas Reckwitz leistet Pionierarbeit und präsentiert die erste umfassende Analyse der sozialen und kulturellen Strukturen, die unser Verhältnis zum Verlust prägen. Unter dem Banner des Fortschritts, so legt er dar, wird die westliche Moderne schon immer von einer Verlustparadoxie angetrieben: Sie will (und kann) Verlusterfahrungen reduzieren – und potenziert sie zugleich. Dieses fragile Arrangement hatte lange Bestand, doch in der verletzlichen Spätmoderne kollabiert es. Das Fortschrittsnarrativ büßt massiv an Glaubwürdigkeit ein, Verluste lassen sich nicht mehr unsichtbar machen. Das führt zu einer der existenziellen Fragen des 21. Jahrhunderts: Können Gesellschaften modern bleiben und sich zugleich produktiv mit Verlusten auseinandersetzen? Ein wegweisendes Buch.
INHALT
Einleitung: Verlust als Grundproblem der Moderne ............................9
Erster Teil
Was sind und wie wirken Verluste?
I Verlust als soziales Phänomen.............................................................. 37
2 Zeitstrukturen, Emotionen, Arenen ................................................. 82
Zweiter Teil
Die Verlustparadoxie der Moderne
3 Der Fortschrittsimperativ und seine Folgen ..................................120
4 Zwischen Verlustreduktion und Verlustpotenzierung .................. 161
5 Wie die Moderne die Verluste unsichtbar macht.......................... 199
6 Wie die Moderne die Verluste bearbeitet.......................................231
Dritter Teil
Verlusteskalation in der Spätmoderne
7 Fortschrittsverlust.............................................................................. 295
8 Verlustschübe......................................................................................328
9 Doing loss ........................................................................................... 373
Ausblick: Die Moderne reparieren? ....................................................410
Dank........................................................................................................425
Literaturverzeichnis................................................................................ 426
Register ...................................................................................................451
Ausführliches Inhaltsverzeichnis .........................................................460
Verfasser*innenangabe:
Andreas Reckwitz
Jahr:
2024
Verlag:
Frankfurt am Main, Suhrkamp
Aufsätze:
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ISBN:
978-3-518-58822-2
2. ISBN:
3-518-58822-2
Beschreibung:
Erste Auflage, Originalausgabe, 463 Seiten : Illustration
Schlagwörter:
Gesellschaft, Moderne, Soziologie, Verlust, Fortschritt, Sozialismus, Westliche Welt, Allgemeine Soziologie, Avantgarde, Gesellschaft / Theorie, Gesellschaftslehre <Soziologie>, Gesellschaftstheorie, Soziallehre <Soziologie>, Sozialtheorie, Westen, Westliche Staaten
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Sprache:
Deutsch
Fußnote:
Literaturverzeichnis: Seite 426-450, Filmverzeichnis: Seite 450, Register
Mediengruppe:
Buch