Ausgabe II/2025: Das Böse. Faschismus, Verbrechen und die Dämonisierung von Weiblichkeit
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Editorial: „Das Böse hat schrecklich viele Gesichter – nicht immer sind das Fratzen“, sagt die feministische Theologin Stefanie Schäfer-Bossert. Für den Schwerpunkt der aktuellen an.schläge-Ausgabe haben wir mit ihr über die Dämonisierung von Weiblichkeit gesprochen. Im Themenschwerpunkt „Das Böse“ widmen wir uns diesen vielen unterschiedlichen Gesichtern, die auffallend oft weiblich gezeichnet wurden. Seit Eva und dem Apfel wird Weiblichkeit in Religion und Mythologie oft mit Sünde verknüpft, obwohl es bekanntlich im Patriarchat doch viel häufiger Männer sind, die Macht haben, um Böses zu tun – wovon sie gegenwärtig besonders ausgiebig Gebrauch machen. Es sind Tech-Milliardäre und skrupellose Autokraten, die dem neuen Faschismus zum Sieg verhelfen und deren Allmachtsfantasien vor unserer aller Augen gruselige Realität werden.
Dabei sollte doch längst klar sein: Der Neoliberalismus, den sie nun weiter auf die Spitze treiben, ist für Übles verantwortlich, er hat Überreichtum, massive soziale Ungleichheit und eine beschleunigte Klimakatastrophe verursacht. Außerdem Thema: böse Mütter und Prinzessinnen, patriarchale Krampusse und True-Crime-Formate, die vor allem Frauen faszinieren.
Wie immer gilt: Feministische Konzepte für eine bessere Welt sind das beste Mittel gegen ein böses Erwachen.
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*** Böse Prinzessinnen: Von London bis Wien: Monarchen-Kitsch lässt die Kassen klingeln. Mit der Romantisierung der Ausbeuter und Antifeminist:innen muss endlich Schluss sein, findet Brigitte Theißl
*** Ware Kriminalfälle. Vor allem Frauen lieben True Crime. Beruht der gewaltige Erfolg des Genres allein auf sensationalistischer Schaulust? Oder dient es vielleicht sogar der Gewaltprävention? Von SOPHIA KRAUSS
*** In einem faschistischen Regime gibt es keinen Feminismus. Hanna Perekhoda, Historikerin und Politikwissenschaftlerin an der Universität Lausanne, stammt aus Donezk, einer Stadt im Donbass in der Ostukraine
*** an.sage: Keine Ruhe vor dem Sturm. Ein „Volkskanzler“ Kickl bleibt uns erspart. Es war gefühlt die erste gute politische Nachricht dieses Jahr.
*** Feminist Superheroine: Martha Goddard. Martha Goddard, 1941 in den USA geboren, war eine Anwältin, die maßgeblich an der Entwicklung des „Rape Kits“ mitgewirkt hat.
*** Demokratische Digitalisierung. Ob es um den Energiehunger, die Enteignung von geistigem Eigentum oder andere ethische Fragen geht – bei der Nutzung von KI gibt es viele Probleme. Lea Susemichel hat die Expertin Barbara Wimmer gefragt, wie wir es besser machen können.
*** Harter Sex. Strangulation beim Sex ist ein popkulturelles Phänomen. Eine Einordnung zwischen weiblicher Unterwerfung und Entstigmatisierung von Lust bleibt kompliziert. Von Sophia Krauss
*** Den Blick zurückwerfen. Die Schriftstellerin Mareike Fallwickl hat für die Schauspielerin Stefanie Reinsperger ein Stück über Sisi geschrieben. Lea Susemichel hat die beiden bei Probenstart zum Interview am Burgtheater getroffen, wo „Elisabeth!“ unter der Regie von Fritzi Wartenberg im April uraufgeführt wird.
*** Diskriminierungsschutz? Beseitigt! Vor Kurzem hat die neue Kommission ihr Arbeitsprogramm für die nächsten fünf Jahre vorgestellt. Alles heißt jetzt Clean statt Green, Simplifizierung statt Regulierung ist das Motto und Industrie, Wettbewerbsfähigkeit sowie Verteidigung stehen ganz oben.
*** Ich bin nicht ihre Mutter! Mit einer erstaunlichen Regelmäßigkeit werde ich für die Mutter von Gleichaltrigen gehalten. Als mir das mit meiner besten Freundin auf dem Rummel passierte – sie ist vier Jahre älter als ich –, lachten wir laut.
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2025
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