Dass die Mordaktion vom Juni 1934, der der Stabschef der SA, Ernst Röhm, zusammen mit einem Großteil von deren Führungskorps zum Opfer fiel, eine Präventivmaßnahme gegen einen drohenden Putsch gewesen sei, glaubt kaum noch jemand. Bis heute hält sich dagegen die Auffassung, es habe sich dabei um eine persönliche Abrechnung und eine bloße Machtintrige innerhalb der Nazi-Führung gehandelt. Allenfalls wird darin noch ein Machtkampf zwischen Reichswehrgeneralität und SA-Führung gesehen. Demgegenüber weist Kurt Gossweiler in seiner erstmals 1983 erschienenen und lange vergriffenen Untersuchung auf der Basis eines umfassenden Archiv- und Quellenstudiums nach, wie unzulänglich solche Interpretationen sind. Überzeugend belegt er, dass die damaligen Ereignisse Ausdruck eines Richtungskampfes zwischen den mächtigsten Kapitalgruppen und zugleich der Versuch waren, eine Krise, die der faschistischen Diktatur in ihrer Konsolidierungsphase drohte, mit einem Gewaltstreich zu beenden. (Verlagstext)
Inhaltsverzeichnis:
Einleitung
I. Kapitel
Die ökonomische und politische Lage
Hitlerdeutschlands im ersten Halbjahr 1934
1. Die faschistische »Arbeitsbeschaffung« in der Sackgasse
2. Wachsender Widerstand der Arbeiterklasse
gegen die faschistische Diktatur
3. Verstärkte Aktivität der bürgerlichen Opposition
4. Die Erschütterung der Massenbasis der faschistischen Diktatur
Der Ruf nach der »zweiten Revolution«
5. Die Verschärfung des Gegensatzes zwischen
Finanzbourgeoisie und nicht-monopolistischer Bourgeoisie 1933/34
II. Kapitel
Der Kampf zwischen
Deutscher Bank und Dresdner Bank (1931-1934)
1. Die Hauptursache des Gegensatzes zwischen Deutscher Bank
und Dresdner Bank
2. Der Bankkrach von 1931 und seine Auswirkungen
auf den Kampf der beiden Monopolbanken
3. Die Zuspitzung des Kampfes zwischen
Deutscher Bank und Dresdner Bank unter der Hitlerdiktatur
4. Über das Verhältnis von Bank- und Industriekapital im Raschismus
III. Kapitel
Der Kampf zwischen Schwerindustrie
und Chemie-Elektro-Industrie
1. Die wichtigsten Ursachen des Gegensatzes und Kampfes
zwischen Schwerindustrie und Chemie-Elektro-Industrie
2. Die Wechselbeziehungen zwischen dem Kampf der Banken
und dem Kampf Schwerindustrie gegen Chemie-Elektro-Industrie
3. Die Verschärfung des Gegensatzes zwischen Schwerindustrie und
Chemie-Elektro-Industrie in der Weltwirtschaftskrise
Die Gelsenkirchen-Affäre
IV. Kapitel
Der Kampf der Hauptgruppen der deutschen Monopolbourgeoisie um die
Beherrschung der Nazipartei und der Regierang der faschistischen Diktatur
1. Der Kampf der Hauptgruppen der deutschen Monopolbourgeoisie
um die Beherrschung der Nazipartei
2. Der Kampf der Hauptgruppen der deutschen Monopolbourgeoisie
um die Beherrschung der Regierung der faschistischen Diktatur
V. Kapitel
Der Kampf der Hauptgruppen der deutschen Monopolbourgeoisie
um die Beherrschung der wirtschaftlichen Kommandopositionen
und um den Kurs der Wirtschaftspolitik (1933 bis Mitte 1934)
1. Die »Einkreisung« Hugenbergs und
seine Verdrängung durch Schmitt und Darre
2. Die erste Etappe der Reprivatisierung des Stahlvereins
Die Zurückdrängung Otto Wolffs
3. Der Kampf zwischen dem
Reichswirtschaftsminister Schmitt und dem Reichsbankpräsidenten
Schacht um die Führung der Wirtschaftspolitik Hitlerdeutschlands
a) Von Lautenbachs »Nationalfonds« zu Schachts »¿¿-Wechsel« (284);
b) Die Zuspitzung der Differenzen über Richtung und Ausmaß der als
Arbeitsbeschaffung getarnten Aufrüstung im Frühjahr 1934 (288);
c) Die vereinten Bemühungen Schachts und der Reichswehrfiihrung
zum Sturze des Reichswirtschaftsministers Schmitt (296)
4. Der Kampf um die Führung
in der staatsmonopolistischen Organisation der Wirtschaft
5. Der Einfluß der Massenunzufriedenheit
auf die Kämpfe innerhalb der Monopolbourgeoisie
VI. Kapitel
Der Kampf der Hauptgruppen der deutschen Monopolbourgeoisie
und das Blutbad des 30. Juni 1934
1. Die Bedeutung des Kampfes der Hauptgruppen der
deutschen Monopolbourgeoisie für den 30. Juni 1934
a)Die Rolle der Vertreter des Maximalprogramms der IG-Farben,
Röhm, Strasser und Schleicher (344); b) Die Rolle der Initiatoren und
Organisatoren des Blutbades (355); c) Zur Rolle Hitlers im Kampf der
Hauptgruppen der deutschen Monopolbourgeoisie und am 30. Juni
1934 (371); d) Zusammenfassung: Die Bedeutung des Gruppen
kampfes innerhalb der deutschen Monopolbourgeoisie fur den 30. Juni
1934(396)
2. Die Bedeutung des 30. Juni fur den Gruppenkampf
innerhalb der deutschen Finanzoligarchie
Schlußbetrachtung
Bedeutung und Lehren des 30. Juni 1934
1. Die Bedeutung des 30. Juni
2. Lehren des 30. Juni
Anlagen
Literatur- und Quellenverzeichnis
Register der Finnen, Konzerne, Organisationen u. Verbände
Personenregister