Seit sich die Ukraine dem russischen Überfall widersetzt und die israelische Armee nach dem Überfall der Hamas in den Gazastreifen einmarschierte, hat sich ein Stimmungsumschwung in Europa vollzogen. Seine Parole: Krieg ist nicht immer falsch. Zur Verteidigung ist er unausweichlich und muss dann beherzt geführt und unterstützt werden.
Wie verhalten sich Psychoanalyse und Kritische Theorie zu jeglichen Formen menschlicher Aggression und kriegerischer Absichten? Bietet das psychoanalytische Konzept des Todestriebs heute noch tiefergehende Erklärungsansätze? Die Beiträger*innen fragen jenseits aktueller Kriegsschauplätze auch nach den Hintergründen alltäglicher Gewalt und Unterdrückung, die sich auch in Form des ökonomischen Wachstumszwangs und der asymmetrischen Produktion von Reichtum und Armut zeigen.
Inhalt
Todestrieb oder neue Entsublimierung? 7
Einleitung
Christoph Türcke, Steffen Elsner, Charlotte Höcker und Oliver Decker
Krieg und Frieden – Regression oder Progression? 15
Kritische Anmerkungen zu Sigmund Freuds Überlegungen
zur »Kulturentwicklung«
Bernd Nitzschke
»Dynamit in den Taschen« 49
Krieg, Propaganda und Todestrieb bei Sigmund Freud
und seinen Nachfolgern
Heinz Weiß
Zur Bedeutung von Schamabwehr
und narzisstischer Kränkung für die Affinität
zu Propaganda und Krieg 65
Kommentar zum Beitrag von Heinz Weiß
Marie-Kristin Müller
»Warum Krieg?« – Warum »Todestrieb«? 69
Freuds Antwort im Briefwechsel mit Einstein
und Botschaften der »mythologischen Trieblehre«
Bernard Görlich
Die »konstitutionelle Intoleranz« und das Schuldgefühl 91
Kommentar zum Beitrag von Bernard Görlich
Markus Kumpfmüller
Eine neue Sichtweise auf Joseph und seine Brüder 97
Geschwister als potenzielle Rettung
vor elterlicher Destruktivität
Robi Friedman
Erkundung der Gefängnismatrix 115
Forschungsreflexionen zum Konfliktgeschehen
in einer totalen Institution
Henriette Rodemerk & Natalie Gittner
Heldentum, Männlichkeit, Krieg 129
Die Geschichte einer traumatischen Wiederholung
Roman Dubasevych
Sublimierte und entsublimierte Sehnsüchte
nach dem Heroischen 157
Kommentar zum Beitrag von Roman Dubasevych
Johanna Maj Schmidt
Transgenerationales Trauma und gesellschaftliche Gewalt 169
Klinische Szenen im soziopolitischen Kontext
Katharina Rothe
Psychotherapie zwischen Entwicklungsförderung
und Unterdrückung – eine kritische Auseinandersetzung
mit Marcuse und Saketopoulou 187
Kommentar zum Beitrag von Katharina Rothe
Sabrina Klein
Zerstörung des Körpers zur Rettung der Seele 193
Autoaggressive Prozesse im Jugendalter
Burkhard Brosig
Psychoanalytische Behandlung
autoaggressiver Störungen als Denkmodell
für gesellschaftliche Aggression? 209
Kommentar zum Beitrag von Burkhard Brosig
Daniela Foohs
Verfasser*innenangabe:
Steffen Elsner, Charlotte Höcker, Oliver Decker, Christoph Türcke (Hg.) ; mit Beiträgen von Burkhard Brosig, Roman Dubasevych, Daniela Foohss, Robi Friedman, Natalie Gittner, Bernard Görlich, Sabrina Klein, Markus Kumpfmüller, Marie-Kristin Müller, Bernd Nitzschke, Henriette Rodemerk, Katharina Rothe, Johanna Maj Schmidt und Heinz Weiß
Jahr:
2025
Verlag:
Gießen, Psychosozial-Verlag
Aufsätze:
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Systematik:
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PI.HPE
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ISBN:
978-3-8379-3451-9
2. ISBN:
3-8379-3451-9
Beschreibung:
Originalausgabe, 215 Seiten
Sprache:
Deutsch
Fußnote:
Enthält Literaturangaben
Mediengruppe:
Buch