Ein unverzichtbares Werk für Psychotherapeut:innen, die Mädchen in ihrer Entwicklung unterstützen möchten
Social Media und Transgender als wichtige und aktuelle neue Themen
Praxisnah dank Fallbeispielen und Therapiesequenzen
Der Klassiker in der erweiterten Neuauflage
Mädchen sind die Gewinnerinnen der Bildungsentwicklung, suchen aber immer häufiger therapeutische Hilfe. Warum ist das so? Und wie können wir therapeutisch und erzieherisch darauf reagieren? Inge Seiffge-Krenke untersucht, ob Autonomie heute noch Angst macht, welche zentralen Beziehungsdilemmata mit ihren Eltern, Geschwistern, Freunden und romantischen Partnern Mädchen lösen müssen und wie wir sie dabei unterstützen können. Sie beleuchtet, welche Beziehungskonflikte zu psychischen Störungen führen und was daran »typisch weiblich« ist. Mädchenkörper und Sexualität sowie Probleme von Mädchen aus Migrantenfamilien werden ebenfalls analysiert.
Neben den heute immer wichtiger werdenden Transgender-Fragen untersucht die Autorin für die überarbeitete Neuauflage auch den Einfluss und die damit einhergehende Abhängigkeit von Social Media.
REZENSION:"Fazit
Das Werk erweist sich als bereichernd und wissensspendend. Durch einen multidimensionalen Blick auf das weibliche Geschlecht zeigt es sich wegweisend, zentrale entwicklungspsychologische Phasen wissenschaftlich begründbar zu machen. Beeindruckend erweist es sich in einer kompakten, dennoch tiefgründigen Art und Weise."
socialnet - vollständige Rez siehe Link
Inhalt
Vorwort ............. 13
1 Hurra – ein Mädchen?! Der Wunsch nach einem Mädchen und
das Verhalten von Eltern gegenüber Töchtern ........... 17
1.1 Die Geburt eines Mädchens als Makel – in einigen Ländern ...... 18
1.2 Wunschbaby Mädchen ............... 21
1.3 Die psychoanalytische Sicht: Homme manque und naive Theorien
bis 1960 ...... 25
1.4 Das imaginäre und das reale Mädchen: Betrauern des Geschlechts ......... 27
1.5 Ein Mädchen wird »gemacht« .... 29
2 Konzepte über Weiblichkeit in der Psychoanalyse .... 35
2.1 Die frühe Sichtweise Freuds: Das kleine Mädchen als Mangelwesen ......... 35
2.2 Diskrepanzen: Starke, souveräne Frauen um Freud – und dennoch
keine eigenständigen Konzepte zur Entwicklung des Mädchens? ............. 39
2.3 Hier irrte Freud! .......... 44
2.4 Weiterentwicklungen: Konzepte der narzisstischen Wunde,
der Verleugnung der Vagina, des weiblichen Narzissmus und
der weiblichen Schuldgefühle ... 46
2.5 Im Schatten der Mutter: Jokastes Tochter .............. 51
2.6 Erstaunlich: Warum gibt es keine Psychoanalyse des Mädchens? ............. 52
3 Die Entwicklung des Mädchens aus psychoanalytischer Sicht:
Das Babymädchen .......... 55
3.1 Von den Trieben zum Objekt, zum Selbst und zur Intersubjektivität:
Ein wichtiger Schritt .............. 56
3.2 Babymädchen – das Mädchen als Säugling aus der Sicht
der Psychoanalyse: Von Klein zu Winnicott ............... 57
3.3 Objektbeziehungen von Anfang an!? Die Entwicklung des Selbst
und früher Objektbeziehungen aus der Sicht von Melanie Klein und
Margaret Mahler ........ 63
3.4 Die Sicht auf das Babymädchen: Die Urangst vor der Beschädigung
des Körperinneren ..... 66
3.5 Ergebnisse der ersten Säuglingsbeobachtungen: Lächeln, Fremdeln
und Second Skin – René Spitz und Esther Bick .......... 67
3.6 Daniel Stern: Koordinierte Interaktionen zwischen Mutter und Baby
als Grundlage des Selbstempfindens ......... 68
3.7 Was können Babys und wie passt das zur Genese der Intersubjektivität
beim kleinen Mädchen? ............ 70
3.8 Eine neue Sicht des Babymädchens: Aktiv, differenziert und besonders
beziehungsfähig ......... 76
4 Die Psychoanalyse des Kindergarten mädchens ........ 80
4.1 Prägenitalität – ist diese heute bei der psychoanalytischen Sicht auf das
kleine Mädchen noch von Bedeutung? ............ 81
4.2 Die heutige Sicht auf den weiblichen Ödipuskomplex: Primäre Weiblich
keit, problemlosere Identitätsentwicklung – aber kein Begehren? ............ 87
4.3 Der vollständige Ödipuskomplex: Ein Tagtraum der Liebe,
der in Enttäuschung und Verzicht enden muss ......... 90
4.4 Metapher des Mangels: Was ist dran am Penisneid? ............. 92
4.5 Ein wichtiger Lernfortschritt in der Triade: Das Erleben der elterlichen
Paarbeziehung und das Akzeptieren des Ausgeschlossenseins . 93
4.6 Anerkennung von Grenzen, Strukturbildung und die Identifizierung
mit beiden Eltern ........ 94
4.7 Wenn der Ödipuskomplex schiefläuft: Die Schwierigkeit der Integration
oraler, analer und urethraler Impulse und der Bezug zu den Eltern
als Paar ....... 97
4.8 Entwicklungspsychologische Befunde: Zunehmende kognitive Reife,
beschleunigte Empathie- und Schamentwicklung und die Ausweitung
des sozialen Raumes .............. 100
5 Latenzmädchen: Das Mädchen in der mittleren Kindheit ........... 105
5.1 Die Latenzphase – doch keine Phase, in der die Sexualität ruht? ............... 106
5.2 Nochmals »das Hemd der Mutter« und das Fortbestehen ödipaler
Themen ...... 110
5.3 Selbsterleben, Gefühlswelt und Intersubjektivität des Latenzmädchens ..... 113
5.4 Die Bedeutung der Schamaffekte für die Identitätsentwicklung und
die Selbst-Objekt-Differenzierung ............. 117
5.5 Stärkere Emotions- und Verhaltenskontrolle und stärkere Beschämung
als Konsequenz einer starken intersubjektiven Bezogenheit .... 119
5.6 Strenge soziale Normen, starke Geschlechtstypisierungen
in der Gruppe der Mädchen ....... 121
5.7 Die tüchtigen Mädchen: Kognitive Entwicklung, Schulleistungen
und zweierlei Hirn ...... 123
5.8 Auf der Suche nach der Lebenswelt der »Lückemädchen« ......... 125
6 Die weibliche Jugendliche: Kind bleiben oder Frau werden? ..... 129
6.1 Die Adoleszenz: Mehr als eine Neuauflage des Ödipuskomplexes ............ 130
6.2 Was sagt das Fünfphasenmodell der Adoleszenz von Peter Blos
über Mädchen aus? .... 133
6.3 Die heutige Sicht auf die Entwicklung der weiblichen Identität 135
6.4 Weitere sozial-kognitive Reife, adoleszenter Egozentrismus und
eine immer noch nicht ganz abgeschlossene Hirnreifung ........ 140
6.5 Ein neuer Blick auf das Selbst: Die relationale Identität der Mädchen ....... 141
6.6 Eine zweite Chance für die Eltern – trotz Separationsangst ....... 143
6.7 Veränderungen in den familiären Beziehungen, schulische Belastungen
und Zukunftsängste ............... 145
6.8 Ritenarmut und der adoleszente Initialtraum: Kind bleiben oder
Frau werden? .............. 151
6.9 Selbstexploration in Tagebüchern, Blogs, WhatsApp, www.mädchen.de ..... 154
7 Mütter und Töchter ........ 158
7.1 Die Anfänge der Beziehung: Regression, Affektabstimmung und
ein Gefährdungspotential .......... 158
7.2 Gleichgeschlechtlichkeit von Mutter und Tochter: Identifikatorische
Prozesse, frühe Aggression und die Kontamination von oraler und
genitaler Erregung ...... 163
7.3 Die Mutter als erste Lustquelle, sexuelle Verschmelzungs phantasien
und Sexualität als trennendes Element ..... 167
7.4 Wenn die Differenzierung misslingt: Intrusive Mütter und die Tochter
als Selbstobjekt ........... 169
7.5 »Mein Leben war, sie zu beleben«: Die depressive Mutter, ihre Tochter
und die Gefahr der Parentifizierung .......... 175
7.6 Das doppelte Gesicht der Mutter: Die Abspaltung der aggressiven
Anteile und das Tabu der Mutter-Tochter-Aggression ............... 179
7.7 Neid und Aggression als Reaktionen auf die Schwangerschaft und
Sexualität der Mutter ............. 183
7.8 Neid und Rivalität zwischen Mutter und Tochter in der Adoleszenz:
Viele Konflikte, Geheimnisse und der Drang zu Unterleibsoperationen ... 186
7.9 Die berufstätige Mutter und ihre Tochter .. 190
8 Die Beziehung zum Vater .............. 195
8.1 Die erste Liebesbeziehung ist nicht mehr ausschließlich die zur Mutter ...... 195
8.2 Die Bindung an den Vater, seine Spielfeinfühligkeit und die triadische
Kompetenz der Tochter .............. 197
8.3 Der liebevolle Blick des Vaters: Spielpartner, Autonomieförderer,
Lehrer ......... 200
8.4 Die tüchtige Tochter und die (selektive) Identifizierung mit dem Vater .... 204
8.5 Die Bedeutung des Vaters für die Entwicklung der Weiblichkeit seiner
Tochter ....... 207
8.6 Begehren und begehrt werden: Das Mädchen in der Triade gegenüber
dem Elternpaar ........... 211
8.7 Vaterhunger auch bei Mädchen? Uninvolvierte Väter, Trennungsväter
und der Tod des Vaters ............... 216
8.8 Trans*gender Eltern und ihre Kinder – einige Perspektiven ...... 222
9 Das Mädchen im Kreis von Freundinnen und Geschwistern ..... 225
9.1 Neid und Eifersucht als Themen zwischen Geschwistern und
Freundinnen ............ 226
9.2 Geschwisterneid und Ungleichbehandlung ........... 228
9.3 Nischenspezialisierung und der Kampf um Anerkennung .... 231
9.4 Die Position in der Geschwisterfolge: Älteste und jüngste
Schwestern .............. 233
9.5 Stützend und entwicklungsfördernd – aber auch inzestuöse
Unterströmungen ... 237
9.6 Freundinnen: Warum sie so wichtig sind .............. 239
9.7 Intimer Austausch – eine neue Qualität in Freundschafts
beziehungen weiblicher Jugendlicher .... 241
9.8 Mädchenfreundschaften: Hochintim, aber auch konfliktreich .............. 242
9.9 Gefährliche Merkmale von Mädchenfreundschaften: Co-rumination
und ein hohes Maß an relationaler Aggression ...... 244
9.10 Mädchenspiele und miteinander geteilte Phantasien ............ 246
9.11 Umgang mit der körperlichen Reife, homoerotische Erfahrungen
und Schutz bei der Annäherung an »den Mann« .... 249
9.12 Kreative Hilfen: Die imaginäre Freundin ............ 252
9.13 Mädchen und die sozialen Medien: Belonging or escaping? ............ 254
10 Romantische Beziehungen und der Gebrauch des Körpers
als Wege zur Loslösung und Individuation ............. 257
10.1 Warum sind romantische Beziehungen von Mädchen im
therapeutischen Kontext wichtig? .......... 258
10.2 Psychoanalytische Konzeptionen zu romantischen Beziehungen und
die erste Liebe am Beispiel von Sigmund Freud und Karen Horney ....... 259
10.3 Zwischen Symbiose und Individuation: Romantische Beziehungen
als Wendepunkte in der Entwicklung des Mädchens .............. 263
10.4 Phasen der romantischen Entwicklung: Wie entsteht »das Paar«? ........ 266
10.5 Wirrwarr der Gefühle: Bindung, Erotik, Homoerotik ............. 269
10.6 Noch Platz fürs Selbst: Ein spezifisch weibliches Problem? .... 274
10.7 Relativierung der mütterlichen Bedeutsamkeit – neue Freiheiten,
neue Möglichkeiten? Wie passt das zur Reviktimisierung und
zu Genital ängsten? ............. 278
10.8 Vom eigenen Körper Gebrauch machen: Sexualität als Ausdruck
der Sehnsucht nach der präödipalen Bemutterung und deren
Abwehr .... 280
10.9 Die Bedeutung der frühkindlichen Erfahrungen für Sexualität,
Schwangerschaft, Mutterschaft und Abtreibung bei jungen Mädchen ............ 282
10.10 Romantische Beziehungen und Onlinedating ....... 287
11 Mädchen und Bindung ............ 290
11.1 Bindung, Mutterliebe und Emanzipation der berufstätigen Mutter ...... 290
11.2 Widerstände gegen die Bindung und die heutige Bedeutung
der Bindung ............ 293
11.3 Das Bindungskonzept und seine Besonderheiten bei Kindern
und Jugendlichen .... 295
11.4 Langdauernde Auswirkungen und die Zuordnung zu Krankheits-
bildern .... 297
11.5 Elterliche Psychopathologie und Bindungsstörungen bei Mädchen ..... 298
11.6 Allerdings: Mädchen in Kindergartenbetreuung profitieren ............. 300
11.7 Mädchen mit Bindungsstörungen ......... 302
11.8 Therapeutische Zugangsweisen zur Vermittlung von Bindungs-
sicherheit ............ 305
12 Mädchenkörper, Sexualität und Krankheit ............... 309
12.1 Kleine Mädchen: Genitales Spiel, die zunehmende Entdeckung
der Innergenitalität und Phantasien über Zeugung und Geburt ............ 309
12.2 Körperbild, Attraktivität und Essverhalten ............. 312
12.3 Menstruationserleben: Von der »Unreinheit« zu den
»Feuchtgebieten« ............ 315
12.4 »Geburtswehen« der Weiblichkeit in der Adoleszenz ............. 319
12.5 Der Mann als Indikator und die Nähe zu traumatischen sexuellen
Übergriffen ............. 323
12.6 Körperinszenierungen: Essstörungen und Schnittsymptome .... 325
12.7 Trans*gender Mädchen und ihre Körper 331
12.8 Körperlich kranke Mädchen .... 333
13 Das friedfertige Mädchen? Mädchen als Täterinnen und
die Bedeutung der Beziehungsaggression ............ 343
13.1 Offen gezeigte Aggression: Bei Mädchen deutlich seltener .... 344
13.2 Die stärkere Emotions- und Verhaltenskontrolle bei Mädchen ............ 347
13.3 Entwicklungsverlauf und mädchenspezifische Aggression ... 349
13.4 Beziehungsaggression und Mobbing bei Mädchen 353
13.5 Aggression bei jugendlichen Paaren: Warum mehr Mädchen? ......... 356
13.6 Mädchengewalt: Im Zunehmen begriffen? ............ 360
13.7 Mädchen als Täterinnen im Missbrauchs-, Vernachlässigungs- und
Misshandlungskontext ........... 363
13.8 Bei schweren Gewaltformen: Kein Fall für das ambulante Einzel-
setting ..... 366
14 Andere Kulturen: Vernachlässigung und gesundheitliche Gefährdung
von Töchtern ... 368
14.1 »Eigentlich ganz schön hier!« Geglückte Entwicklungen und
der Kampf um die Integration der verschiedenen Identitäten .............. 369
14.2 Welche Implikationen hat die Bevorzugung von Söhnen für
Lebensbedingungen, Bildung, Gesundheitsstatus und Therapie
von Mädchen? ......... 371
14.3 Einflüsse der Weltreligionen auf die (sexuelle) Selbstbestimmung
von Mädchen .......... 373
14.4 Die »Hausfrauenfabrik«: Autonomiebestrebungen des Mädchens
und strikte Erziehungshaltungen der Eltern ..... 375
14.5 Therapeutische Arbeit mit adoptierten Mädchen ............. 378
14.6 Verbrechen gegen Mädchen: Ehrenmorde, Genital beschneidung
und Zwangsverheiratung ........ 381
14.7 Unbegleitete minderjährige Flüchtlingsmädchen: Eine Heraus
forderung für die therapeutische Arbeit . 386
15 Überlegungen zur Behandlungstechnik bei Mädchen . . . 391
15.1 Die therapeutische Beziehung, Bindungsthemen, Mentalisierung
und die »Unzerstörbarkeit« des Therapeuten, der Therapeutin ............. 391
15.2 Stützung der Elternfunktionen, Hilfen bei der Mentalisierung .............. 393
15.3 Begleitende Elternarbeit und Nebenübertragungen der Mutter ........... 393
15.4 Sensibilisierung für Trennungserfahrungen .......... 394
15.5 Strukturelle Defizite, Strukturaufbau und Spezifika bei der Arbeit
an der Strukturachse ............... 395
15.6 Arbeit an inneren und äußeren Konflikten ............ 396
15.7 Trennungsangst, Angst vor Liebesverlust und Separationsangst
der Eltern ............ 397
15.8 Die dunkle Seite der Beziehungsfähigkeit: Beziehungen als
Risikofaktor und gefährliche Foren ........ 398
15.9 Das Schuldthema, negative Übertragung und Übertragungs-
widerstände ............ 399
15.10 Die unmentalisierten Körpererfahrungen und der Körper
in der Therapie ....... 400
15.11 Der Spiegel des Selbst: Die Nutzung von Symbolisierung, Spiel
und Selbstreflexion ...... 401
15.12 Therapeutische Interventionen: »Etwas mehr als Deutung«,
implizites Beziehungswissen und die Bedeutung von »ruptures« ......... 402
Literatur ............ 404
Die Autorin ........... 425